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Vom Pech mit einer Sporthalle
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Foto: Gemeinde Halstenbek
Die eingebrochene Kuppel der Sporthalle
Halstenbek, eine kleine Gemeinde am westlichen Stadtrand von Hamburg, hat ein Bauwerk von besonderer Art aufzuweisen: eine teure unterirdische Sporthalle mit ovaler Dachkonstruktion - im Volksmund ursprünglich "Sportei" genannt.
Als diese Dachkonstruktion noch während des Baues einstürzte, änderte der Volksmund die Bezeichnung spontan in den schönen Namen "Knickei". Das war im Jahre 1997. Im folgenden Jahr wurde die Kuppel in gleicher Form wiederaufgebaut, aber unglücklicherweise stürzte sie gleich darauf ein zweites Mal ein.
Nach Jahren der Ratlosigkeit wurde beschlossen, die Kuppel in gleicher Form und Konstruktion wieder aufzubauen, dann doch vielleicht nicht, und später dann doch lieber in etwas anderer Form und Konstruktion.
Am 11. Dez. 2005 endlich entschied eine klare Mehrheit der Halstenbeker Bürger, die Ruine nicht wieder aufzubauen. Am 30. Januar 2006 beschloß daraufhin die Gemeindevertretung den Abriß der Ruine und die Errichtung eines konventionellen Neubaus an der gleichen Stelle.

Die Zeit läuft...


4749
Tage

seit dem Bürgerentscheid am 11.Dez.2005
Was geschieht zur Umsetzung des Bürgerentscheids?
Im "Knick-Log" ist die aktuelle Entwicklung dokumentiert. Dort können auch Leser-Kommentare eingegeben werden.
Zum Knick-Log...


Aktueller Comic

Nach der Bürgermeisterinnen-Wahl


Senf zum Knickei

Auf Wunsch einiger Leser gibt es bei Knickei.de jetzt auch ein Gästebuch. Wer unbedingt möchte, kann dort seine Beschwerden, Anregungen, Richtigstellungen und (weniger wahrscheinlich) Anerkennung zum Ausdruck bringen.
Knickei.de wird ein wohlwollendes Auge auf die Einträge halten, und muß sich vorbehalten, eventuell gar nicht passende Beiträge zu kürzen oder zu entfernen.

Gäste- und Beschwerdebuch


  Ei vom 05.11.2005

Wahrheiten über das Knickei

Es stellt sich immer mehr heraus, daß die Halstenbeker Bürger über viele Aspekte des Sporthallenbaus an der Feldstraße nicht richtig informiert worden sind. Dadurch sind die Ergebnisse des Bürgerentscheids vom September 2002 zweifellos massiv zu Gunsten eines Wiederaufbaus beeinflußt worden.
Insbesondere die Aussagen zu folgenden Themen bedürfen einer Richtigstellung:

  1. Abrißkosten
  2. Eignung vorhandenes Grundstück für eine konventionelle Halle
  3. Schadenersatzzahlung bei Abriß der Ruine
  4. Knickei-Kosten
  5. Sicherheit der Knickei-Konstruktion
  6. Bedeutung einer schnellen Lösung
Mehr über die Wahrheit...


Neue Erkenntnisse über das Knickei-Grundstück

Zwei wichtige Aussagen der Gemeinde Halstenbek über das Knickei-Grundstück an der Feldstrasse müssen berichtigt werden:
  1. Das Grundstück ist groß genug, um dort eine konventionelle 3-Feld-Halle ohne Probleme zu errichten

  2. Die wahren Kosten für den Abriß der Knickei-Ruine sind mit 375.000 Euro viel niedriger als bisher angegeben (Nach Schätzung der Gemeinde Halstenbek sollte das 1,78 Mill. Euro kosten!).
Damit bietet es sich an, die Knickei-Ruine abzureißen und auf dem vorhandenen Grundstück eine neue oberirdische 3-Feld-Halle zu errichten - ohne wesentliche Mehrkosten.
Andere Hallen als Beispiel


  Ei vom 05.11.2005

Fragestellungen

Bei dem Bürgerentscheid am 11. Dez. 2005 sollte möglichst klar entschieden werden, wie die Zukunft der Sporthalle an der Feldstraße aussehen soll. Eigentlich wäre dazu eine relativ komplexe Fragestellung nötig gewesen, wie etwa im folgenden formuliert.
Die eigentlich richtige Fragestellung für den Bürgerentscheid:

Soll auf den Wiederaufbau der eingestürzten Sporthalle an der Feldstraße verzichtet werden und stattdessen das Knickei abgerissen und an der gleichen Stelle unverzüglich von dem für den Wiederaufbau vorgesehenen Geld eine konventionelle 3-Feld-Halle errichtet werden?

Die richtige Antwort hierauf hätte lauten müssen: Ja
Die Kommunalaufsicht als diejenige Stelle, die über die Zulässigkeit des Bürgerentscheids zu entscheiden hatte, legte allerdings Wert darauf, daß die Fragestellung möglichst kurz und klar ausfällt und eine eindeutige Entscheidung ermöglicht. Deshalb konzentrierte sich die tatsächliche Fragestellung nur auf den nächstliegenden Aspekt und lautete:
Die tatsächliche Fragestellung für den Bürgerentscheid:

Soll die eingestürzte Sporthalle an der Feldstraße fertiggestellt werden?

Die richtige Antwort hierauf lautete: Nein
Rund 71% der Halstenbeker Bürger haben das am 11. Dez. 2005 richtig gemacht.

  Ei vom 22.04.2004

Werteverfall

Knickei für einen Euro ?

Was ist die Ruine des Knickeies eigentlich wert? Die Angaben dazu sind je nach Interessenlage sehr verschieden.
Im Jahre 2002 noch hieß es:
    "78 % der Bausubstanz sind ohne Schäden geblieben. Dazu gehören alle Massivbauteile und auch die gesamte technische Installation. Diese unbeschädigte Bausubstanz stellt einen Wert von netto 7,3 Millionen DM dar." (Information der Gemeinde Halstenbek zur Einwohnerversammlung am 9.9.2002)
Inzwischen ist der Wert anscheinend dramatisch gefallen. Der Erkenntnisstand bei Halstenbeks Christdemokraten führt zu folgender Einschätzung:
    "..könnte das Gebäude - möglicherweise zu einem symbolischen Preis von einem Euro - an einen Investor verkauft werden..." (Pinneberger Zeitung, 21.4.2004)
Die bisherigen Aufwendungen von rund 8 Mio Euro scheinen auf jeden Fall verloren zu sein. Das Knickei erweist sich immer deutlicher als ein Faß ohne Boden.

Nur wenige Hallen sind stabil

München afp - Gut vier Monate nach dem Halleneinsturz von Bad Reichenhall mit 15 Toten hat der TÜV eine erschreckende Bilanz gezogen. Die Hälfte der mehr als 200 bundesweit untersuchten Hallen zeigten relevante Mängel, berichtete der TÜV Süd gestern. Das zentrale Problem sei dabei nicht die Schneelast, die in Bad Reichenhall vermütlich für den Einsturz sorgte, sondern die Qualitätssicherung bei Planung, Bau und Betrieb. In 55 Prozent der untersuchten Hallen lagen überhaupt keine Informationen über die Konstruktion vor oder sie reichten nicht für eine Beurteilung der Statik aus. Besonders hoch sei der Mängelanteil bei Holzhallen mit 75 Prozent, gefolgt von Stahl- und Betonhallen miit 55 und 45 Prozent. Die Prüfung sei nicht repräsentativ.
(Die Tageszeitung (taz) vom 12.5.2006)
Das klingt fast so, als sei die Halstenbeker Halle gar nicht so einmalig. Um den Anspruch der Einmaligkeit aber dennoch zu untermauern, sei in aller Bescheidenheit darauf hingewiesen, daß die Halstenbeker Halle schon vor dem Beginn der Nutzung eingestürzt ist, und das nicht nur einmal, sondern bereits zweimal. Das soll erst einmal nachgemacht werden!

Schöne Neue Architektur

Das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa)veranstaltet eine Tournee-Ausstellung über Neue Deutsche Architektur, die nach Berlin, Mailand, Hamburg, Turin, Madrid, Sevilla und Valladolid vom 8. Oktober – 11. Dezember 2005 in São Paulo, Brasilien, gezeigt wird. Darin wird das Halstenbeker Knickei als eines von 25 ausgewählten Beispielen für moderne deutsche Architektur vorgestellt.
Sporthalle Halstenbek
Architekten: André Poitiers Architekten, Hamburg
Jahr der Fertigstellung: 1998

Es fehlt allerdings der Hinweis darauf, daß dieses schöne Beispiel moderner Architektur kurz nach der Fertigstellung eingestürzt ist.

Wer es nicht glaubt, kann sich einen Überblick über die Ausstellung im Internet unter folgendem Link ansehen
Ausstellung Neue Deutsche Architektur



Knickei-Grammatik

Wie lautet eigentlich der korrekte Genitiv von "Knickei"?

zum Beispiel in
  1. die Zukunft des Knickeis
  2. die Zukunft des Knickeies
  3. die Zukunft des "Knickei"
  4. oder doch lieber mit dem Dativ:
    dem Knickei seine Zukunft
Für Hinweise in dieser Sache wäre die Redaktion dankbar.

Manche Halstenbeker sind an dieser Stelle sehr empfindlich...

aber wir bitten zu berücksichtigen, daß es sich hier nicht um Häme oder Schadenfreude handelt, sondern um Satire, die einen höheren Zweck verfolgt,wie z.B. die Hoffnung, die Betroffenen doch noch zu bessern...
Ziele von Knickei.de
Fragen an das Halstenbeker Rathaus, die Zentrale für Langsamkeit und Experten für Schneckentempo
Fragen zum Thema "Schnecken"


  Ei vom 23.01.2006

Diener des Volkes

Die Umsetzung des Bürgerentscheids

Das Volk von Halstenbek hat am 11. Dez. 2005 klar entschieden, daß das Knickei nicht wieder aufgebaut werden soll, und damit deutlich gemacht, daß die Ruine abzureißen ist und eine neue oberirdische Halle errichtet werden soll.
Aufgabe der kommunalen Volksvertreter und der Gemeindeverwaltung ist es nun, diese Entscheidung in die Tat umzusetzen. Dabei gibt es verschiedene Vorgehensweisen, wie diese Umsetzung erfolgen kann, nämlich
  1. Die zügige Umsetzung
  2. Die Umsetzung nach Vorschrift
  3. Die Umsetzung nach Belieben
Die Halstenbeker Bürger dürfen gespannt zusehen, welche dieser Vorgehensweisen zur Anwendung kommt. Etliche Wochen nach dem Volksentscheid zeichnen sich bereits gewisse Tendenzen ab. Prüfen Sie selbst anhand der folgenden Maßnahmenlisten, welches dieser Vorgehensprofile im tatsächlichen Handeln der Halstenbeker Volksdiener zum Ausdruck kommt...
mehr...



  Ei vom 12.12.2005

Knick-Out (K.O.)

Die Bürger Halstenbeks haben entschieden: Das Knickei wird nicht wieder aufgebaut. Mit über 70 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen den Wiederaufbau fiel die Entscheidung am 11.Dez. 2005 sehr deutlich aus.
Das vorläufige Endergebnis zu der Fragestellung "Soll die eingestürzte Sporthalle an der Feldstraße fertig gestellt werden?" zeigt folgende Stimmverteilung:
  • Ja     1645 Stimmen = 29,2 %
  • Nein 3980 Stimmen = 70,8 %
Die Wahlbeteiligung mit 5636 Stimmen (= 42,2% der Wahlberechtigten) lag für einen Bürgerentscheid, der isoliert durchgeführt wurde, sensationell hoch und zeigt, daß die Halstenbeker Bürger von dem Thema bewegt worden sind.
Im Wesentlichen dürften zwei Faktoren dieses Ergebnis beeinflußt haben:

1. Die sachliche Aufklärung über die Alternative zum Wiederaufbau, die von der Bürgerinitiative sowie auch von den Fraktionen der Grünen und der CDU betrieben wurde. Dadurch erscheint der Neubau einer Sporthalle in Hinsicht auf Wirtschaftlichkeit und Qualität in wesentlich günstigerem Licht als bei dem ersten Bürgerentscheid.

2. Die emotionale Einstellung vieler Bürger, die von dem endlosen "Affentheater" um die Sporthalle genug hatten und dem Knickei einfach keine Chance mehr geben wollten.

Abstimmungsergebnisse im einzelnen

  Ei vom 20.06.2005

Verbot des Wiederaufbaus

Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat am 10. Mai 2005 in einer einstweiligen Anordnung der Gemeinde Halstenbek untersagt, einen Auftrag zum Wiederaufbau der Knickei-Ruine zu vergeben, bevor nicht der neue Bürgerentscheid durchgeführt ist. Damit folgt das Gericht dem Antrag der Kritischen Bürgerinitiative Knickei und weist die von der Gemeinde vorgebrachten Argumente zurück.
Die Beschwerde der Gemeinde Halstenbek dagegen wurde vom Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht am 27.6.2005 ebenfalls abgewiesen, damit ist das Verbot unanfechtbar. Das Oberverwaltungsgericht ließ auch "keinen Zweifel daran, dass der Bescheid vom 30.11.2004 (hinsichtlich der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens) und der inzwischen ergangene Widerspruchsbescheid vom 23.05. 2005 nicht nichtig sind."

  Ei vom 21.02.2005

Volkes Mutmaßungen

Kalli T. aus H. sinniert über die Halstenbeker Demokratie und was aus dem Knickei werden könnte...

Kallis Mutmaßungen...



Halstenbeker Glosse

Viele Halstenbeker Bürger sind unzufrieden mit der Entwicklung, die das Knickei bisher genommen hat. Das liegt daran, daß sich die Kostenschätzungen der Gemeinde bei der letzten Abstimmung über die Kosten des Wiederaufbaus inzwischen als viel zu niedrig erwiesen haben - und auch daran, daß seit der Abstimmung noch nichts Konkretes geschaffen worden ist, außer eben neue Planungen und neue und höhere Kostenschätzungen.
Dieter Bronisch aus Halstenbek ist einer von denen, die sich von der Gemeinde getäuscht fühlen und die für ein neues Bürgerbegehren eintreten (siehe Pinneberger Zeitung vom 11.2.2004).
Neben diesem Engagement äußert er seine Meinung über das Knickei aber auch auf humorvolle Weise in der "Halstenbeker Glosse" (bitte anklicken)


Schluß mit Blendung

Sonnenreflexe

In einem Gerichtsverfahren vor dem Verwaltungsgericht Schleswig wurde die Gemeinde Halstenbek verurteilt, dafür zu sorgen, daß die Blendung für die Nachbarschaft durch die zahlreichen Scheiben der Knickei-Kuppel unterbunden wird. Im Herbst 2004 sind die Scheiben zu diesem Zweck mit einer grauen matten Farbe besprüht worden.
Warum die Gemeinde erst durch ein Gerichtsurteil gezwungen werden mußte, eine solche offensichtliche Beeinträchtigung der Nachbarn zu beheben, ist allerdings ein weiteres Rätsel im Knickei-Schlamassel.

Im Sommer 2005 fängt die graue Farbe allerdings an, wieder abzublättern, so daß die Blendung von neuem beginnt. Vielleicht wäre es wirklich gut, die Ruine bald abzureißen, bevor eine neue Farbschicht aufgetragen werden muß!

500 Euro pro Kopf

Die bisherigen Kosten von mindestens 7,6 Mill. Euro für das "Knickei" machen rund 500 Euro pro Halstenbeker Einwohner aus. Dafür fehlt bisher jeder konkrete Gegenwert! In dieser Lage kommt Knickei.de zu Hilfe. Hier wird versucht, den Vorgängen eine komische Seite abzugewinnen, und damit wenigstens einen kleinen Gegenwert zu schaffen.
Also, verehrte Leserinnen und Leser, lachen Sie - für 500 Euro kann man schon eine Menge lachen!


Comic-Postkarten

Viele von den albernen kleinen Bildchen und Comics von Knickei.de sind auch in Form von Postkarten erhältlich - für den aktuellen Gruss an Verwandtschaft und Bekanntschaft draussen in der staunenden weiten Welt - und als Souvenir und Sammelobjekt für die "Knick-Ei-Fans". Der Erlös aus den Postkarten leistet einen Beitrag zu den Kosten dieser Seiten.

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